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Zweimal RSC Wunstorf auf dem Podest in Bad Pyrmont

Am Wochenende waren die Wunstorfer Mountainbiker bei der fast schon traditionellen Veranstaltung in Bad Pyrmont am Start. Drei unterschiedliche Streckenlängen gab es zur Auswahl, mit der Besonderheit, dass sich die Teilnehmer noch während des Rennens für eine Distanz entscheiden konnten.

Jegliche Renntaktik des Wunstorfer Teams wurde bereits nach wenigen Minuten über den Haufen geworfen, als sich das Führungsmotorrad noch in der neutralisierten Startphase verfuhr und das Feld in mehrere Gruppen zerfiel. Die beste Ausgangsposition hatte nach diesem Missgeschick Sascha Kulbe, der sich am ersten Anstieg in einer etwa 20 Fahrer starken Spitzengruppe befand. Knapp dahinter waren Alexander Frey und Holger Evers darum bemüht, den Anschluss wieder herzustellen. Das sollte sich als sehr schwierig herausstellen, zum einen wurde an der Spitze ein hohes Tempo angeschlagen, zum anderen war die Strecke durch und durch aufgeweicht und mit Schlammlöchern übersäht. Das Wunstorfer Quartett wurde von Florian Müller komplettiert, der hier seine ersten Marathon-Erfahrungen sammelte.

Obwohl er sich normalerweise auf den langen Strecken am Wohlsten fühlt, hatte sich Frey nach längerer Wettkampfpause für die 58 Kilometer mit immerhin noch 1500 Höhenmetern entschieden. Mit zunehmender Renndauer kam er immer besser zurecht, die aufgeweichten Forstwege drückten das Tempo des Feldes und raubten allen viel Kraft, die sich zu Beginn übernommen hatten. So konnte sich der Wunstorfer Stück für Stück weiter nach vorne arbeiten. Nur der Sieger war weit enteilt. „Am letzten Anstieg konnte zur Gruppe mit dem Zweitplatzierten aufschließen. Wir haben uns bis kurz vor dem Ziel ein Duell geliefert, aber er war im Sprint etwas schneller“, so ein sichtlich zufriedener Frey nach über drei Stunden im Ziel.

Auf der Langstrecke über 96 Kilometer gab es hinter dem souveränen Sieger sogar einen Dreikampf um die verbliebenen Podestplätze. Mit dabei in dieser Gruppe, die sich nach dem letzten schweren Berg gebildet hatte, auch der RSC-Fahrer Kulbe. Fast sechs Stunden waren zu diesem Zeitpunkt bereits vergangen, deutlich länger als alle Fahrer und der Veranstalter kalkuliert hatten. „Die letzten Kilometer waren so ziemlich das Härteste was ich dieses Jahr gemacht habe. Es war zwar flach, aber die Strecke bestand fast nur aus Schlamm. Außerdem hatte ich schon vorher ständig Krämpfe in beiden Oberschenkeln. Aber den anderen ging es wohl nicht besser“ erläutert Kulbe die entscheidende Phase. Kurz vor dem Ziel konnte er sich noch von seinen Begleitern lösen und den hervorragenden zweiten Platz sichern. Knapp zehn Minuten nach seinem Teamkollegen war Evers im Ziel, Müller folgte bei seinem ersten Rennen dieser Länge mit „Respektsabstand“ von einer Stunde.

Eine Woche zuvor hatte Jörg Franke den angestrebten Podestplatz beim "Endurothon" in Schierke knapp verpasst. Die dreimal zu durchfahrende Runde von 22 Kilometern gilt als eine der schönsten und technisch anspruchsvollsten in Norddeutschland. An diesem Tag glich das Rennen von Runde zu Runde mehr einem Ausscheidungsfahren, lediglich die Hälfte der auf die längste Tagesstrecke von insgesamt 66 Kilometern gegangenen Fahrer kam am Ende ins Ziel. Vorne fuhr der Wolfsburger Volker Lutz einem ziemlich ungefährdeten Sieg entgegen, er konnte sich in der letzten Runde von seinem Begleiter André Kleindienst lösen und noch einige Minuten Vorsprung herausfahren. Danach kam eine ganze Weile nichts - auf dem dritten Platz Michael Kohlrautz, der ebenfalls der schweren Strecke Tribut zollen musste. Mit einem halben Hexenschuß rettete er gerade einmal vier Minuten Vorsprung auf den Wunstorfer Franke ins Ziel, welcher als bekannt guter Abfahrer wenig Probeme mit den Downhills im Harz hatte.

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