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Eine neue Definition des Begriffs Winterpause

Für ein Trainingslager auf Mallorca gibt es in der Regel mehrere Gründe. Neben einer Woche Entspannung durch Nichts-machen-müssen inklusive Frühstücks- sowie Abendbuffet sollte das Kilometerfressen auf schönen, abwechslungs-reichen und gerne mal bergigen Strecken nicht zu kurz kommen. Nicht zu vergessen: Sonne und zweistellige Temperaturen!
Was das Wetter anging hatten Alex, Sascha und ich dieses Mal wirklich alles richtig gemacht. Am Mittwoch, drei Tage vor unserer Ankunft gab es noch einen Wintereinbruch mit ordentlich Schnee bis ins Flachland - fast wie zuhause. Am Donnerstag dann gab es im Norden der Insel heftige Regenfälle, die zahlreiche Straßen unter Wasser setzten. Als wir am Samstag sehr früh landeten war es mit drei Grad noch reichlich frisch, aber sonnig. Die Vorhersage versprach täglich steigende Temperaturen - und so kam es dann auch!

Beim Radverleih im BMC Pro Store hatten sie zwar die von uns reservierten Größen nicht vorrätig, aber immerhin wurden die uns zu kleinen Räder von Torsten Wittig zusammengeschraubt! Zugegeben, geholfen hat es nicht, den seiner (professionellen) Meinung nach passenden 56er für mich und 58er für Alex mussten wir nach einen Tag doch nochmal umtauschen... Die fünfzehn Grad des ersten Tages wurden gegen Abend doch recht frisch, aber hierzulande kann man von sowas gegenwärtig nur träumen. Wir gönnten uns eine lockere 70 km Einrollrunde, die uns auf den Puig de Inca führte, da war ich tatsächlich noch nie! Und so viel Wasser wie den Tag hatte ich auf der Insel auch noch nie über die Straßen laufen sehen.

Der erste richtige Trainingstag sollte locker auf die Berge einstimmen, also kurbelten wir gemütlich über den Radweg nach Santa Maria (na gut, es war Gegenwind) und von da aus über Bunyola zum Col d'Honor Richtung Orient. Auf der ersten Abfahrt fing ich angesichts der feuchten Straße gerade an zu erläutern "Übrigens, wenn es hier feucht ist müsst ihr wesentlich vorsichtigen fahren als..." - da lagen wir auch schon alle drei. Nun ja, abgesehen von ein paar Abschürfungen nichts passiert, aber von hier an trugen wir unsere Räder um jede Kurve, die auch nur im Verdacht stand nicht trocken zu sein.

Am nächsten Tag waren auch schon 18 Grad, also über Pollenca und das Kloster Lluc auf den Puig "gerollt" und runter nach Soller. Die Abfahrt war zugegebenermaßen nicht ganz so warm, aber unten angekommen sah das Ganze schon wieder anders aus. Unsere obligatorische Verpflegung mit Kaffee und Kuchen gab es am wunderschönen Port de Soller - auch da war ich noch nie, warum eigentlich? Schnell über dem Col de Soller nach Santa Maria und von da ab mit einer Gruppe von Hobbyfahrern und Rückenwind in Höchsttempo zurück nach Alcudia, das hat sich schon recht gut angefühlt.

Port de Soller

Die dritte Einheit wieder über Orient, allerdings diesmal in Gegenrichtung aus Campanet und Alaró. Das war bei 19 Grad schon recht warm und am Col sowie auf der Abfahrt nach Bunyola waren Horden von Radfahrern unterwegs, Wahnsinn! Unten etwas ausgeholt über Randa, natürlich mal kurz hochgehüpft. Die schöne Abfahrt nach Montuiri führte uns dann über Sant Joan und Sineu sowie Muro.

Mittwoch war Ruhetag, die Berge waren in Wolken gehüllt und in Alcudia gab es immer wieder Schauer - warmer Regen.

Was soll ich sagen, am Donnerstag wieder allerfeinstes Wetter, die Tour führte uns über Caimari zur Tankstelle und weiter nach Sa Calobra. Auch da Unmengen von Radlern, zum Glück mussten wir uns keine Blöße geben und wurden bergauf von niemandem überholt... Den Tag war es nicht mal mehr auf der Abfahrt kühl, hoch schon gar nicht... Zurück noch eine nette Abfahrt, von Lluc direkt nach Pollenca. Da war es dann so warm, dass wir noch unsere Wasservorräte auffüllen mussten.

Für Freitag war die Vorhersage optimal, also musste es bei 20 Grad die Königsetappe durch die Berge geben.


 

Da wir (unbedingt) in Santa Ponsa bei der Katze vorbeischauen mussten (!) wäre es nur mit den Rad etwas weit gewesen, wir entschieden uns für die Touristenvariante und ließen uns von Hürzeler die ersten 50 Kilometer mit dem Bus nach Santa Maria schaukeln. Es blieb noch genug Strecke übrig, am Ende waren es 190 Kilometer mit gut 3.200 Höhenmetern. Zurück ging es einmal komplett über die Serra de Tramuntana: Galilea, es Grau, Col de Claret, Valdemossa, Deia, Port de Soller, Puig Major, Lluc. Nach 150 Kilometern kam einem die Strecke vom Puig zum Kloster mit ihren Wellen nicht mehr wie eine Abfahrt vor...

Küstenstraße

Zugegeben, am Folgetag waren wir alle etwas satt und konnten auch mal ohne Berge. Aber ganz flach sollte es ja auch nicht werden, also machten wir uns auf den Weg nach Arta und schauten bei der Gelegenheit mal bei der Ermita de Betlem vorbei. Die gibt es nicht ohne einen kleinen Huckel hochzuzuckeln, aber das lohnt sich wirklich - übrigens noch eine Premiere für mich. Zurück nervte der auffrischende Wind sowohl auf der Küstenstraße als auch auf dem Weg nach Manacor beträchtlich, immerhin ging es ab da mit günstigem Wind über Petra (Mandelkuchen mit Schokostückchen!) und Sineu nach Llubi zurück.

Da das Wetter sich wider Erwarten auch am Abreisetag hielt und unser Flug von 14:00 auf 22:00 Uhr verschoben wurde hatten wir noch Gelegenheit einmal locker zum Cap Formentor zu fahren, nicht ohne oberhalb von Port de Pollenca zum Wachtturm Talaia d'Albercutx abzubiegen. Ihr werdet es ahnen, auch da war ich noch nie. Dabei ist der Ausblick wirklich einer der schönsten im Norden der Insel, auch wenn der Zustand der Straße nicht wirklich gut ist - immerhin dabei waren die 28er Reifen hilfreich, die ansonsten schon bei normalerweise harmlosen Geschwindigkeiten bergab (und sogar bergauf) bedenkliche quietschende Geräusche von sich gaben.

Das Spannendste an der Woche war dann aber der Rückflug. Ankunft in Hannover sollte nach der Verschiebung in der Nacht zum Montag um 00:25 Uhr sein, mit leichter Verspätung begann der Check-In am Flughafen. Bevor die letzten Passagiere durch waren ging es allerdings nicht weiter und nach 20 Minuten kamen alle wieder aus - Flugzeug kaputt. Aber Air Berlin hatte eine geniale Lösung: Plätze auf zwei Flügen nach Münster! Schön, also Landung in Münster/Osnabrück um Eins und eine schöne Busfahrt nach Hannover. Da waren wir dann auch schon um halb Vier, natürlich ohne das Gepäck, das kam zwei Tage später per Kurier. Vielen Dank nochmal an Air Berlin...

Wir hatten ja gehofft, nach unserer Rückkehr die Winterklamotten nicht mehr zu benötigen, aber obwohl wir nun schon eine Woche wieder da sind hat sich bei den Temperaturen noch nicht viel getan!

Standort

In welchem Ort und Hotel wart ihr denn?

Hotel

Estrella/Coral de Mar in Alcudia - das war echt genial.

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