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Sonnentage mit Schneeeinlage

Jetzt wo sich das Wetter hier bis hin zu so etwas wie Frühling steigern soll möchte ich euch nicht vorenthalten, wie Radfahren bei gutem Wetter aussehen kann. Ich hatte mich Ende Februar auf Mallorca mit sechs Gehrdenern im Hotel Delta (Puig de Ros) im Süden der Insel einquartiert. Zwölf Tage waren wir dort, Abflug in Hannover am Samstag um fünf (!) Uhr.

Das Hotel selbst hat sicher schon bessere Zeiten gesehen, auch wenn es auf den Zimmern echte Telefone (die manuelle Vermittlung war doch nicht notwendig) und Fernseher (die zum auf die Brille kleben) gab. Es hatte eine Woche zuvor gerade erst wieder eröffnet - und auch nur einen der beiden Blöcke - daher auch nur etwa 60 Gäste im 288 Zimmer umfassenden Komplex. Das muss ja kein Nachteil sein, das Personal war freundlich und hatte genug Zeit, auch im Restaurant. Das Essen war angenehm abwechslungsreich, die Qualität des Buffets mit frisch gegrillten Calamares, Garnelen, Fleisch oder Fisch jeden Tag sehr zufriedenstellend. Auch die Nachspeisen mit Liebe gemacht, habe ich mich natürlich zurück gehalten ;-) Die Zimmer wie in den meisten 70er-Jahre-Bunkern, aber recht sauber und nicht völlig abgewohnt - auch das Bad in Ordnung.

Die Räder hatten wir gemietet (Kosten für den Flug mittlerweile 50 EUR pro Flug plus Bustransfer!), die Hürzeler-Station im Hotel wird geleitet vom fünffachen Profi-Crossweltmeister (76, 77, 78, 79, 86) Albert Zweifel aus der Schweiz.

An den ersten neun Tagen war das Wetter echt genial, ständig blauer Himmel mit Temperaturen um 18 Grad. Dazu noch ungewohnt wenig Wind, nur der übliche Gegenwind (weil auflandig) am Nachmittag. Das hieß natürlich auch, dass man sich jederzeit in ein beliebiges Café setzen konnte, solange das in der Sonne lag. Das wurde auch ausgiebig genutzt! Im Windschatten war kurz/kurz die einzig akzeptable Kleiderordnung, auf dem Rad fand ich es nicht ganz so warm. Aber keine Angst, es wurde auch ernsthaft Rad gefahren. Im ersten Block mehr oder weniger flach 300 Kilometer zum Einrollen. In den Bergen lag auf 1.000 Metern offensichtlich noch eine ganze Menge Schnee (wie hier am Ankunftstag), der allerdings von Tag zu Tag zusehens weniger wurde.

Im zweiten Block sollte es dann schon etwas anstrengender werden - also am ersten Tag Randa, am zweiten San Salvador und am dritten echte Berge mit der Küstenstraße über Soldatenberg nach Soller. Das waren schon mal 450 Kilometer mit einigen Höhenmetern, dafür gab es auch im Schnitt mehr als einen Kaffee pro Tag.
Ruhetag war passenderweise Samstag, also am Nachmittag zum Fußball in den Bierkönig - natürlich nur mit radfahrerüblicher Verpflegung! Auch sonst hat Spanien einige Nahrungsmitteln zu bieten, die bei uns nicht unbedingt üblich sind. Frisch von der Schweinehaxe geschnittener Schinken im Supermarkt, frische Orangen (aus Fukushima?).

Es soll sogar Bilder von Gehrdenern auf dem Rad geben - na ja. Im dritten und letzten Block drohte das Wetter dann schlechter zu werden. Daher entschlossen wir uns, schon am ersten Tag die 160 Kilometer über den Puig Major zu fahren, was sich im Nachhinein als goldrichtig erwies. Anders als vorhergesagt nieselte es nämlich bereits am darauf folgenden Tag zeitweise, kein Wetter um in die Berge zu fahren. Aber am Sonntag hatten wir die höchsten Temperaturen der gesamten Zeit, so konnte man mit Weste über den Puig fahren. Am Montag war es nicht mehr so angenehm, und da wir bereits nach 500 Metern den ersten Plattfuß verbuchten trafen wir bei der Gelegenheit Tobi, der dieses Jahr nur mit einem Teamkollegen der Erdgas Schwaben unterwegs war. Ich entschloss mich zu ein paar Intervallen nachdem die anderen die Tour abbrachen, so kamen nur 100 Kilometer zusammen. Tags drauf war es sogar noch etwas schlechter, so warteten wir einen längeren Schauer bei 2 Kaffee ab und fuhren danach bei 10 Grad noch mal 100 Kilometer - das war's dann auch schon. Den letzten Tag verbrachte ich - mit zwei Jacken - teilweise am Pool, auch wenn die Sonne nur selten mal durch die Wolken kam und auch der Wind aufgefrischt hatte.

Beweissicherung

Der Beweis: 

Ach nee, der andere:

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