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17. September |
VM

PBP - Ein Fest für die Radsportfreunde

"Tortour de France" betitelt die Boulevard Presse in Deutschland das Langstreckenrennen Paris - Brest - Paris in diesem Jahr. Es ist der Klassiker, älter als die Tour de France und findet nur alle vier Jahre statt. 6000 in diesem Jahr qualifizierte Radfahrer aus vielen Ländern sind auf die 1200 km Strecke gegangen und hatten dafür als Zeitlimit 90 Stunden.
Entstanden sind diese Langstreckenrennen in der ganzen Welt zum Ende des 19. Jahrhunderts, als das Rad als Verstärker der biologischen Kräfte den einfachen Menschen allerhöchste bezahlbare mobile Freiheit versprach.

Start zur "Tortour"

Man muss auf der ausgeschilderten Strecke bleiben und in den Kontrollstellen stempeln, man kann schlafen soviel man will, wenn man ansonsten schnell genug radelt. In der letzten Woche fuhr das RSC und ADFC Mitglied Ulrich Gehrmann, 62 Jahre, zum 4. Mal das von der Freundlichkeit der freiwilligen Helfer geprägte Langstreckenrennen erfolgreich zu Ende. Er brauchte 80 Stunden und 35 Minuten und saß 55 Stunden davon im Sattel und konnte fast ausgeschlafen die Strecke, Zuschauer und Mitfahrer genießen. Dieses Mal war das Wetter günstig, so dass viele Ermüdeten sich ins Grün des Wegerandes tags mit ihren farbenfrohen Trikots, nachts mit den reflektierenden Aludecken legten.
Die besonders begeisterten Radsportfreunde aus Flers, mit denen das Ehepaar Gehrmann zuvor eine Radsportwoche zusammen verbracht hatte, haben im Internet sein Fortkommen verfolgt und waren wegen einer fehlenden Zeiterfassung an einer Kontrollstelle besorgt, was sich als technischer Defekt herausstellte. Auf einer topographischen Landkarte der Bretagne lässt sich nicht erkennen, dass insgesamt fast 10.000 Höhenmeter zu überwinden sind. Dem rauen Asphalt begegnete er mit der Aufpolsterung seiner Handschuhe.
Vor allem in den kleineren Ortschaften stehen viele Bewohner an den Straßen, applaudieren oder bieten Getränke den Helden der Landstraße an. In den Ortszentren deutete das metallische Klicken von Kugeln Bouleplätze an. Gerne würde er für ein Stündchen mitspielen. Wie die Gerüche aus den Restaurants bleiben es nur flüchtige Eindrücke. Weil weniger die Zeit als das Ankommen bei der Veranstaltung zählt, stehen die Teilnehmer nicht in Konkurrenz, sondern fahren miteinander in Gruppen. Die Mehrsprachigkeit bedeutet für Gehrmann höchste Abwechslung durch vielfältige Gespräche, was natürlich eine Voraussetzung für Völkerverständigung ist.
Es ist schon ein wenig erschreckend, dass sehr viele Teilnehmer die Mühe des Erlernens von 20 französischen Vokabeln scheuen, so dass sie einfache Warnrufe und Richtungshinweise der mehrheitlich französischen Fahrer nicht verstehen, geschweige denn einfachste freundliche Antworten den anfeuernden Zuschauern am Rand geben können.
Auch wenn er bei allen Teilnahmen im Zeitlimit ankam, behinderten ihn jedes Mal andere Faktoren: 2003 zwang das rechte Knie nach 500 km wegen zu schneller Fahrt zum Schongang für die restliche Strecke, 2007 regnete es 60 von 80 Stunden Reisezeit mit entsprechenden Auswirkungen auf den Hintern und die Hände, 2011 brach zwar der Rahmen 200 km vor dem Ziel, aber er konnte weiterfahren und 2015 bekam er wegen Magenverstimmung und eingeschränkter Nahrungsaufnahme von 300 bis 700 km besonders an den unzählig kurzen aber steilen Steigungen kaum noch die Kurbel herum. Nach einer Zwangspause kam mit der Nahrung auch die Kraft und es ging zügig nach Paris. Mit ca. 10 Stunden ist er vor dem Zeitlimit erfolgreich angekommen.
Dass es auch Glück im Pech gibt, zeigt die einzige Panne. Bisher wurde er auf allen Veranstaltungen nur von einem Platten an einem Reifen eines hannoverschen Herstellers und das im richtigen Moment heimgesucht, nämlich Spätabends bei einer Ortsdurchfahrt unter Straßenlaternen vor einer Ansammlung von Zuschauern. Diese übernahmen das Rad und den Schlauchwechsel und er entspannte sich für die Zeit auf einem Blumenkübelrand. Leider musste er das geistige Getränkeangebot ablehnen.
Die richtigen Helden sind aber die, die sich beim Anblick des zu erwartenden Überschreitens des Zeitlimits todmüde noch ins Ziel kämpfen.
Während seine Frau als erlaubte Supportrice, Unterstützerin, an einer Kontrollstelle beste Betreuung geleistet hatte, ist Gehrmann an den 4 Buchstaben wieder einmal im Tiefdruck gezeichnet. Das wird nicht so nachhaltig sein, wie die vielen schönen Reiseeindrücke.
 

PBP

Les meilleures felicitations cher Ulrich,

voilà l'entrainement en Provence qui a bien mené au succès. L'année prochaine les préparations pour le PBP 2019 (?) commenceront à Bedoin et le Mont Ventoux.

Á bientôt

Herbert

PBP im Fernsehen

Merci Herbert,
au printemps prochain , nous retournons à la montagne mythique

Liebe Radsportfreunde,
von der Veranstaltung berichtet: NDR 13.9.15 um 23.35 bis 00.05 Sportclub Story -
Das älteste Radrennen - Paris - Brest - Paris

Grüße Ulli

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