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Immer hart am Wind in Borsum

Heute ging es auf Einladung des RSC Hildesheim zur Vatertagstour nach Borsum. Ohne Kommunions- und Konfirmationsunterricht ist man bei den ganzen Feiertagen dieser Wochen schon mal überfordert. Auf Nachfrage wurde mir vor Ort aber versichert, dass noch nicht Pfingsten ist. Somit gab es zu meiner Freude auch kein Kriterium, sondern einen Straßenkurs über 111 Kilometer. Und, wie sich herausstellen sollte, auch noch einen sehr schönen.

Beim Start um Neun Uhr war es ziemlich frisch, zum Glück aber sonnig. So machte sich ein recht großes Feld auf den Weg, Wunstorf war mit DDM, Olaf, Nils, Karlheinz, Holger S. und mir gut vertreten. Hinterher sollte sich herausstellen, dass Herr Bert auch dort war - nur leider zu spät. Frisch war auch die Brise, die das Feld zu Beginn vor sich her trieb. Mit aufgeblähtem Spinaker und locker 40 Knoten - ähm km/h - ging es Richtung Westen. Die Gruppe wurde unter diesen Bedingungen nicht kleiner und nutzte die ganze Breite des Fahrwassers. Es herrschte allerdings so gut wie kein Verkehr, von Bollerwagen natürlich abgesehen. Nach einer halben Stunde die erste Wendeboje, nun kam der Wind eher von querab. Olaf war der erste, der es schaffte seinen Spinaker einzuholen und die Genua zu setzen. Damit legte er einige Meter zwischen sich und die Verfolger. Da wollte sich sein Kapitän nicht lumpen lassen und fuhr in sein Kielwasser. Im Feld herrschte offenbar noch Verwirrung über die Ausführung von Wende oder Halse, so schloss DDM mit einem mir unbekannten RSG-Fahrer auf. Zu viert schossen wir am in irgendeiner Ortschaft rumdümpelnden Versorgungsschiff #1 vorbei. Aus dem Augenwinkel war zu beobachten, dass der Versuch einer Verfolgung aus dem Feld heraus scheiterte. Ein paar Kilometer später wurde das Fahrwasser rauer, soll heißen es ging zum ersten Mal hoch. Weil erst 28 Kilometer auf der Uhr standen fierten wir etwas auf und ließen ein paar Verfolger aufschließen. Von nun an waren wir zu Neunt, zwei Hildesheimer, einmal Team Norddeutschland und zweimal Inkognito füllten die Spitze auf.
Es entwickelte sich ein lockeres Ringelrein, auch genannt Kreiseln. Olaf fühlte sich nicht ausgelastet und segelte hier und da vor, neben und hinter den Anderen her. Allerdings kamen dann auch schon die Stromschnellen in Form des Jägerhauses bei Bockenem. Hier blies uns der Wind direkt ins Gesicht - zumindest fühlte es sich so an, als Nachwuchsrennfahrer Jan Brockhoff seinen Außenborder anwarf und seinen "Hausberg" hinauf stürmte. Der fährt aber auch in einer anderen Schiffsklasse mit deutlich weniger BRT. Fast ebenso sportlich folgte das Team Norddeutschland mit DDM, dem Kapitän und dem zweiten Hildesheimer im Schlepp. Der Rest der Gruppe schaffte es nicht so hoch an den Wind und musste aufkreuzen. Somit hieß es ab hier zu fünft gegen den Wind in den Heimathafen zu gelangen. Dummerweise hatten sich nun genau die Leute zusammen gefunden, die zwar ganz gut mit Wellengang zurecht kommen, aber bei Gegenwind eher mittelmäßig auf der Kreuz sind. Zu allem Überfluss verabschiedete sich der zweite Hildesheimer auch noch am letzten Versorger, weil er verpflichtet war nach der Veranstaltung Fahrwassertonnen einzuholen. Die größten Klippen waren ab hier umschifft, da blieben nur noch die Beine als Gegner. Am Besten kam damit über weite Phasen DDM zurecht, obwohl man schon sagen muss, dass alle gut zusammen fuhren. Es genügte jedenfalls, um die Verfolger auf Distanz zu halten. Sogar, als wir zweimal wegen fehlender Bojen Schwierigkeiten hatten nicht auf Grund zu laufen. Vielleicht hatten wir auch deshalb im Ziel nur noch ein paar Schiffslängen Vorsprung auf die erste Gruppe derer, die sich weniger verfahren hatten als Olaf...

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